Makroaufnahmen mit Makrolinsen oder Teleobjektiv
Oft wird in der Makrofotografie ein so großer Abbildungsmaßstab eingesetzt, dass Details sichtbar werden, die wir mit bloßem Auge kaum mehr sehen können. Viele Motive eignen sich dafür: Pflanzen und Insekten, Steine und Alltagsgegenstände − alles hat seinen Charme. Wichtig ist nur: Makroaufnahmen leben von den Details.

Close_Up_Macrolinsen_set

Eine preiswerte Möglichkeit um qualitative Makroaufnahmen zu erstellen ist der Einsatz von Close-Up Makrolinsen-Sets. Die Sets sind verhältnismäßig preiswert (beginnen um die 15€ − 20€) bestehen üblicherweise aus 4 aufschraubbaren Filterlinsen mit folgenden Werten:
•     + 1 Dioptrien
•     + 2 Dioptrien
•     + 4 Dioptrien
•   + 10 Dioptrien

Vorrausetzung für den Einsatz von Close-Up Makrolinsen-Sets ist ein vorhandenes Objektiv, an welchem Filter anschraubbar sind.

 

Einsatz von Close-Up Makrolinsen
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Bei Verwendung einer Nahlinse kann die Kombination Objektiv und Nahlinse nicht mehr auf unendlich fokussiert werden. Nahlinsen können kombiniert werden, die gemeinsame Brechkraft errechnet sich durch Addition der einzelnen Brechkräfte, jedoch sollten allerdings nicht zu viele Nahlinsen kombiniert werden, da die Abbildungsqualität sonst leiden kann.
Werden zwei Nahlinsen zusammen eingesetzt, so ist darauf zu achten, erst die Linse mit der geringeren Dioptrienzahl auf das Objektiv aufsetzen, danach erst die stärkere.

Auch wenn es Situationen gibt, in denen Makrofotos auch freihand gelingen, sollte über den Einsatz eines Stative immer nachgedacht werden, da wir nur ein paar Millimeter große Schärfentiefe und zum Teil auch längere Belichtungszeiten haben.

 

Makroaufnahme mit Teleobjektiv
1000733Bei Makrofotografie mit Hilfe eines Teleobjektives sollte unbedingt ein Stativ und ein Fernauslöser für die Kamera benutzt werden, um Unschärfen zu vermeiden. Das Scharf stellen, ist nach Motivauswahl, üblicherweise manuell sehr gut durchführbar.
Bei der Belichtungszeit sollten keine langen, sondern eher kurze Zeiten gewählt werden, um keine große Tiefenschärfe in das Bild zu bekommen.

 

Bild oben wurde mit einem Panasonic© Teleobjektiv MFT 100−300/4.0−5.6 OIS aus ca. 2m Entfernung mit folgenden Einstellungen gemacht:
•     Normale, leicht sonnige Lichtverhältnisse
•     ISO 160
•     Brennweite 300mm
•     Blende f/5.6
•     Belichtungszeit 1/640 Sekunde

 

Schärfentiefe bei Makrofotografie
Bei Makro-Aufnahmen ist auf eine gute Ausleuchtung zu achten.
Bei der Belichtung von Makroaufnahmen ist Zeitautomatik mit Blendenvorwahl empfehlenswert, um die Schärfetiefe kontrollieren zu können. Die Zuverlässigkeit des Autofokus ist beim Einsatz von Zwischenringen, Balgengerät, oder Makrolinsen kaum möglich und selbst bei Makroobjektiven fraglich. Besser benutze deshalb den Spot-Autofokus in Verbindung mit AF-Speicherung oder stelle am besten gleich von Hand scharf.

 

Unter Schärfentiefe versteht man den Bereich im Bild, der Scharf abgebildet wird. Die Größe bzw. die Tiefe dieser Schärfeebene wird von drei Faktoren bestimmt:
•     Blende
Je größer die Blende ist (kleine Blendenzahl), um so geringer ist die Tiefenschärfe.
•     Brennweite
Je größser die Brennweite des Objektives ist, um so geringer ist die Tiefenschärfe.
•     Objektentfernung
Je näher man dem Objekt kommt, desto geringer wird die Tiefenschärfe.

 

Gewöhnlich versucht man die Schärfeebene z.B. auf die Augen eines Tieres zu legen. Bei einem großen Abbildungsmaßstab (geringe Objektentfernung) und großer Blende, sind dann zwar die Augen scharf, aber der Rest des Tieres löst sich im Hintergrund auf.
Die Ästhetik, welche die Unschärfe hat, kann in der Makrofotografie durchaus ein Thema sein.

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