Neue Drohnenverordnung – Stand: 07. April 2017

Die neue Drohnen-Verordnung ist am 06. April 2017 im Bundesgesetzblatt verkündet worden und am 07.04.2017 in Kraft getreten.

Die Regeln zum Fliegen einer Drohne – d.h. eines unbemannten Flugobjekts, sind insbesondere nach Gewicht des Flugkörpers gestaffelt. Unter dem Gewicht versteht man das Abfluggewicht der Drohne, also das Gesamtgewicht inklusive Kamera, Gimbal, Akku usw.. . Weiter gelten die neuen Drohnen-Regeln für den Betrieb außerhalb von Modellflugplätzen. Drohnen-Flüge innerhalb von Modellflugplätzen bleiben von der Neuregelung unberührt, lediglich eine Kennzeichnungspflicht ist hier erforderlich.

 

Schaubild zur neuen Drohnenverordnung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regelungen zu Abfluggewichten

  • Abfluggewicht von mehr als 250 Gramm (ab 0,25 Kg):
    Drohnen und Multikopter mit einem Abfluggewicht von über 250 Gramm müssen mit dem Namen und der Adresse des Besitzers gekennzeichnet werden. Die Kennzeichnung muss sichtbar, dauerhaft und feuerfest sein und den Namen und die Anschrift desr Eigentümers bzw. Steuerers enthalten.
  • Abfluggewicht von mehr als 2 Kilogramm (ab 2,0 Kg):
    Piloten solcher Drohnen und Multikopter benötigen einen so genannten Flugkundenachweis (Drohnenführerschein).
  • Abfluggewicht von mehr als 5 Kilogramm (ab 5,0 Kg):
    benötigen zusätzlich eine Aufstiegserlaubnis, die von den jeweiligen Landesluftfahrtbehörden der einzelnen Bundesländer erteilt wird. 

Regeln und Rahmenbedingungen

  • Drohnen und Multikopter dürfen bis zu einer maximalen Flughöhe von 100 Metern gesteuert werden.
  • Drohnen und Multikopter dürfen nur in Sichtweite – also nur mit direktem Sichtkontakt gesteuert werden.
  • Drohnen-Betrieb außerhalb der Sichtweite mit FPV-Fliegen
    Der Betrieb von Drohnen außerhalb der Sichtweite ist zunächst einmal verboten. Außerhalb der Sichtweite wird geflogen, wenn der Pilot das unbemannte Fluggerät ohne besondere optische Hilfsmittel (dazu zählen keine normalen Brillen) nicht mehr sehen oder seine Fluglage nicht mehr eindeutig erkennen kann!
    Der Betrieb mit einer Videobrille gilt jedoch nicht als außerhalb der Sichtweite, wenn
    a.) der Flug unterhalb von 30 Metern erfolgt und b.) das Flugmodell nicht schwerer als 0,25 Kilogramm ist.
    Über 0,25 Kilogramm sind FPV-Flüge nur erlaubt, wenn der Pilot durch eine zweite Person unterstütztwird, die das Gerät ständig in Sichtweite hat.
  • für Drohnen und Multikopter gilt stets eine Ausweichpflicht gegenüber bemannten Luftfahrzeugen.
  • für den Betrieb von Drohnen, Multikopter sowie Flugmodellen mit einer Gesamtmasse von bis zu 5 Kilogramm ist keine Erlaubnis erforderlich (allgemeine Aufstiegserlaubnis oder Einzelgenehmigung), egal ob privater oder gewerblicher Einsatz.
    Beim Betrieb / Einsatz von Modellen mit mehr als 5 Kilogramm ist immer eine Erlaubnis erforderlich (Aufstiegserlaubnis).
  • Nacht Flüge sind grundsätzlich Erlaubnispflichtig (Aufstiegserlaubnis).
  • das aktuell bestehende generelle Betriebsverbot für gewerbliche Nutzung außerhalb der Sichtweite wird aufgehoben, der gewerbliche Betrieb außerhalb der Sichtweite ist genehmigungspflichtig.

Drohnen sind in sensiblen sowie bewohnten Gebieten verboten

  • verboten sind alle Gefährdungen und Behinderungen durch Drohnen und Multikopter.
  • verboten ist der Einsatz und Betrieb von Drohnen und Multikoptern innerhalb oder in der Nähe von folgenden sensiblen Bereichen, hier muss ein Mindestabstand 100 Meter eingehalten werden:
    – Naturschutzgebieten
    – über Menschenansammlungen (mehr als 12 Personen)
    – über Hauptverkehrswegen wie Bundesautobahnen oder eng befahrenen Verkehrswegen
    – An- und Abflugbereiche und Kontrollzonen von Flugplätzen
    – über Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften
  • Drohnen und Multikopter, die optische oder akustische Funksignale empfangen, aufzeichnen oder übertragen, dürfen nicht über Wohngrundstücken eingesetzt werden – unabhängig vom Gewicht. Kameradrohnen über bewohnten Gebieten / im Wohngebiet sind damit grundsätzlich verboten.
  • Grundstückseigentümer dürfen Ausnahmen für Flüge mit Kameradrohnen erlauben. Somit sind Flüge über dem eigenen Grundstück jederzeit möglich.

Grundsätzlich gilt, das Behörden Ausnahmen und Sondergenehmigungen erteilen können, wenn vom Fluggerät keine besondere Gefahr ausgeht und der Flugverkehr nicht maßgeblich gefährdet werden kann.

 

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*1gilt nicht als offiziell anerkannter Kenntnisnachweis

 

Hinweis: Für privat oder gewerblich genutzte Drohnen und Multikopter wird weiterhin eine Drohnen-Haftpflichtversicherung Pflicht sein.

PDF-File
Download Schaubild zur Drohnenverordnung

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Download Bundestag – neue Drohnenverordnung

 

Quelle:
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Invalidenstraße 44  | 
10115 Berlin
Bildnachweis
BMVI
Stand: Januar 2017